Es hat viel geregnet letzte Nacht. Jetzt ist die Basis tief und die Vostellung, man könnte da Strecke fliegen, noch weit weg.
Oben treffe ich Winfried mit Zweitdrachen startbereit.
Ich sehe ihn am Westgrat ganz hübsch aufdrehen, während ich zum Fotografieren zum Gipfelkreuz aufsteige.
Unten am Startplatz zieht sich das Briefing hin. Die Wettbewerbsleitung hält eine größere Aufgabe für machbar, ein Teil soll übers Flachland führen, die Starren bekommen dort eine Zusatzstrecke. Bei dieser niedrigen Wolkenbasis graust mir vor dem Teilnehmerpulk. Ich starte kurz nach halbeins.
Das erweist sich als früh. Die Bärte sind noch unzuverlässig, am besten geht es über der Hornburg und auch da nur pulsierend.
Nach 25 Minunen stehe ich am Boden und das geht nicht nur mir so. Hab ich also Zeit, meine Bilder zu bearbeiten und für die Rückholerei in Lauerstellung zu sein - das mache ich im Hotel am See in Waltenhofen bei einem großen Glas Wasser.
Winfried ruft an, er ist am Tegelberg abgesoffen. Da ist er nicht der Einzige. Aber die Cracks kommen mit der Wettersituation offensichtlich zurecht.
Ich werde Zeuge, wie Alex Ploner als Allererster von Roßhaupten kommend nach Neuschwanstein düst und dann Kurs auf den Landeplatz nimmt.
Ich interpretiere seinen Anflug, dass er quer zum Wind parallel zur Straße einlanden will.
Plötzlich hält er auf mich zu. Ich schmeiße mich ins Gras. Als er über mich weg ist, wird mir klar, das er in einer Art Gegenanflug ist.
Jedenfalls reicht es nach einer 135-Kurve noch zu einem Endanflug gegen den Wind auf die Straße zu.
Deutscher Meister kann er als Italiener nicht werden. Aber der Sieg im diesjährigen King Ludwig Open Kategorie flexible Drachen ist ihm wohl sicher, nachdem er schon den ersten Durchgang gewonnen hat. Gratulation!