Der Tegelberg ist zief verhangen und auf Ost hab ich da auch keinen Bock. Meine Idee ist: Hahnenkamm und dann von der Lechaschauer Alpe fliegen, hatte ich mal vorgemerkt.
Sieht aber nicht gut aus. Viel zu knapp über die Bäume. Man müsste höher oben starten.
Ich erkunde - und stelle fest, der Wind ist schon viel zu stark. Ich deponiere den Sack und habe plötzlich riesig Lust auf eine Bergtour.
Ich steige zum Sabachjoch, nach Norden hängen dichte Wolken drin.
Als 12-jähriger habe ich mit meinem Vater die Gehrenspitze bestiegen, seitdem ist er vom Bergsteigen infiziert wie ich inzwischen vom Fliegen. Am Gehrenjoch wäre es vom Gelände her gut startbar. Ja, die Gehrenspitze will ich probieren. Nach der Erinnerung beginnt die Kletterei an der Südschlucht. Die kleinen Kletterstellen davor hatte ich schon vergessen. Die Südschlucht macht keine Probleme. Aber ich bin nicht so trittsicher wie früher. Und konditionell am Ende. Ich weiß, dass die schwierigste Stelle unter dem Gipfel kommt.
Das habe ich vom Fliegen gelernt - kein Flug, von dem ich nicht hundertprozentig überzeugt bin. So lass ich jetzt den Gipfelweg.
Und steige leichten Herzens zur Gehrenalpe ab. Dort war die erste Sichtung desBären im deutsch-österreichischen Grenzgebiet.
Genau auf der Wiese neben der Materialbahn. Stolz präsentiert man das Foto.
Die Buttermilch schmeckt hier besonders gut. Ich trinke gleich zwei. Dann muss ich zum Sack zurück. Mir schmerzen die Beine und der Schritt ist wund.
Mein Durst ist schon wieder so groß, dass ich noch zur Schneetalalm gehe. Der Becher ist zu klein, man kassiert trotzdem 0,5 l = 2 ! Teuerste Buttermilch der Region. Starten kann man da auch nicht. Werd wohl nicht wiederkommen.
Der Weg zurück zur Hahnenkamm-Bergstation gehe ich auf dem Zahnfleisch. Ich spüre, dass es zu spät für die letzte Bahn ist. Aber der Wind ist weg. Mit letzter Kraft erklimme ich den Startplatz. Da sind noch andere Flieger.
Das gibt einen ruhigen Gleitflug.
Den Megadurst lösche ich im Schluxen.