Gestern war der Tegelberg schon an der Grenze. Heute ist es schon im Vorland, in Ro▀haupten kräftig West. Da plane ich gleich auf Starkwind: Oberjoch. Beim Promenieren zum Startplatz kommt es mir zu stark vor, aber zwei Gleitschirme sind schon in der Luft und kommen zwar nicht sehr hoch, fliegen aber immerhin noch vorwärts. Ich lasse mir Zeit. Ich lege erst aus, als der Wind längere Zeit unter 25 km /h abflaut. Dann kommen nochmal härtere Böen. Ein weiterer Gleitschirmflieger hilft mir zweimal, den Schirm zu richten. Dann kommt endlich eine wunderbar gleichmäßige Phase. Rückwärts aufgezogen, ausgedreht, und schon sind die Füße weg! Auf den ersten 300 Höhenmetern wechselt starkes Steigen plus Null Vorwärtsfahrt mit reichlich Sinken.
Der Kollege, der mir geholfen hat, ist jetzt auch in der Luft
In höheren Regionen fehlen die ausgeprägten Sinkzonen. Sogar weit vor dem Grat geht es wie im Fahrstuhl nach oben. Die maximal akzeptable Höhe ist für mich, wo ich nicht mehr gegen den Wind ankomme. Diese Schmerzgrenze liegt bei 1650 m.
Lange überlege ich, ob ich es den Anderen gleichtun soll und oben landen. Am ehesten scheint mir dafür die Hangwiese unterm Alpenhotel geeignet zu sein. Die Landungen an der Ochsenalpe sehen äußerst sportlich aus. Ich denke, die Taldüse bei Oberjoch verstärkt den Wind. Das lass ich sein.
Das Hindelanger Tal ist deutlich breiter. Ich komme nur millimeterweise vorwärts, aber schaffe es letztlich bis zur großen Wiese beim Busbahnhof. Zum Einpacken suche ich das Lee der Siedlung. Ein Rentner erlaubt mir das Zusammenlegen vor seiner Garage. Es stellt sich heraus, dass er als Jugend- licher Segelflieger war und vor Kurzem mit einem Tandemschirm vom Großen Hirschberg mitgeflogen ist. Der Linienbus steht da, als hätte er auf mich gewartet.